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Mezei Fonds



Geschwister-Mezei-Fonds

Die Glaubwürdigkeit unseres Anspruches, stellvertretend für die österreichische Gesellschaft unseren Dienst im Ausland zu leisten, hängt nicht zuletzt von der Repräsentativität unserer Freiwilligen ab. Tatsächlich jedoch sind diese zu über neunzig Prozent männlich, obwohl von den etwa 150 Interessent_innen, die sich jedes Jahr an uns wenden, mehr als sechzig Prozent Frauen sind.

 

Die Erklärung für dieses Missverhältnis ist einfach: Während die Republik Österreich Männern ihren Zivilersatzdienst subventioniert, haben Frauen nur die Möglichkeit, Gedenkdienst zu leisten, wenn sie selbst die finanziellen Mittel hierfür aufbringen können bei gleichzeitigem Verlust der Mitversicherung und der Streichung der Familienbeihilfe.

 

In den vergangenen Jahren ist es zumindest gelungen, einige wenige Gedenkdienst-Einsätze von Frauen über ein EU-Förderprogramm, den Europäischen Freiwillgendienst (EVS), zu finanzieren. Wir möchten unser bisheriges Engagement in diesem Bereich gerne ausbauen. Gleichzeitig muss klar sein: EVS stellt lediglich eine Zwischenlösung dar, Ziel muss es auch weiterhin bleiben, die gesetzliche Grundlage der Gedenkdienstfinanzierung dahingehend zu verändern, dass es zu einer Gleichberechtigung von Männern und Frauen kommt.

 

Gegenwärtig scheint ein solches Szenario aber noch nicht greifbar. Daher hat sich der Verein Gedenkdienst entschlossen, anlässlich des nächstjährigen 70. Jahrestages des „Anschlusses“ einen zweckgebundenen Fördertopf einzurichten. Wir haben uns an Parteien und Institutionen in Österreich mit der Bitte um eine finanzielle Unterstützung für diesen „Geschwister-Mezei-Fonds“ gewandt.

 

Die Zwillinge Kurt und Ilse Mezei, 1924 geboren, konnten als jüdische Verfolgte bis 1945 gemeinsam mit ihrer Mutter Margarete in Wien überleben, während ihr Vater 1944 in Auschwitz ermordet worden war. Ilse Mezei wurde im März 1945 im Keller der Kultusgemeinde durch einen Bombentreffer getötet. Ihren Bruder Kurt holte die SS wenige Stunden vor dem Eintreffen der Roten Armee am 12. April 1945 aus dem Keller des Hauses Förstergasse 7 und erschoss ihn. Die einzige Überlebende der Familie, Margarete Mezei, starb 1993 in Wien. Die Tagebuchaufzeichnungen Kurt Mezeis, die heute im Archiv des Jüdischen Museums Wien aufbewahrt werden, sind ein erschütternder Bericht über die NS-Ära in Österreich.

 

Für den Geschwister-Mezei-Fonds spenden.

 

 

 


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