Geh Denken!
Antifaschismus im Film. Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus im Spiegel dokumentarischer Filme der DDR

Mittwoch 10.06.2026, 19:00 Uhr

Republikanischer Club, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien

In der DDR war die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (NS) Zeit ihres Bestehens von maßgeblicher Bedeutung. Beruhend auf dem Antifaschismuskonstrukt als Staatsdoktrin bildete sich hier eine spezifische Form der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus heraus, die insbesondere von zwei Mustern geprägt war. Zum einen von der Beziehung zwischen der Identitätsfindung innerhalb der neuen antifaschistischen Gesellschaftsordnung und der Abgrenzung gegenüber dem NS-Staat und zweitens von der Beziehung zwischen der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und der ständigen Abgrenzung gegenüber der Bundesrepublik Deutschland.


Da die Tragfähigkeit des Antifaschismus als bedeutendste geschichtspolitische Legitimationsbasis der DDR insbesondere durch die Auseinandersetzung mit dem (kommunistischen) Widerstand gegen den Nationalsozialismus gespeist wurde, soll die Beschäftigung mit diesem Gegenstand im Fokus des Vortrages stehen. Den Referenzrahmen bilden hierbei in der DDR entstandene, dokumentarische Filme, die, als historische Quellen gelesen, auf gesellschaftliche, kulturelle wie politisch-ideologische Denkmuster ihrer jeweiligen Entstehungszeit hin analysiert werden sollen. Darüber hinaus soll kritisch hinterfragt werden, inwieweit der Antifaschismus als Staatsdoktrin zugleich rechtsextreme Tendenzen in Ostdeutschland befeuert haben könnte.

Claudia Böttcher, Dr. phil, ist Historikerin und Filmwissenschaftlerin. Seit Ende 2018 arbeitet sie am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der TU Dresden. Aktuell beschäftigt sie sich mit der Geschichte des Ostberliner Künstlerklubs „Die Möwe“. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der deutsch-deutschen Kultur- und Mediengeschichte.