Aktuelle Termine

Aus der Reihe Geh Denken!: Geschichtskultur 2.0. Der Zweite Weltkrieg im digitalen Spiel

Dienstag der 18. Oktober 2022, 19:00 Uhr, DEPOT (Breite Gasse 3, 1070 Wien)

Erstaunlich viele digitale Spiele verwenden den Zweiten Weltkrieg als thematischen Hintergrund und beeinflussen damit die Geschichtsvorstellungen Jugendlicher. Die angebotenen Geschichtsbilder sind mitunter problematisch: Wehrmachtsverbrechen werden ausgespart, der Krieg wird als Abenteuer dargestellt oder die Shoah schlichtweg nicht thematisiert. Demgegenüber gibt es eine Reihe von Spielen, die sich auf ernste und lehrreiche Art und Weise mit dem Nationalsozialismus, mit dem Widerstand oder mit der NS-Aufarbeitung beschäftigen.
Im Laufe des Workshops spielen, analysieren und diskutieren die Teilnehmer*innen verschiedene spielerische Umsetzungen und erinnerungskulturelle Zugänge. Sie lernen mit den Spielen über Geschichte und reflektieren zugleich das Computerspiel als Darstellungsform von Geschichte. Im Zentrum steht die Frage, wie ein verantwortungsvoller, erinnerungskultureller Umgang mit der NS-Geschichte aussehen kann.

Alexander Preisinger ist Senior Lecturer am Institut für Geschichte / Fachdidaktik Geschichte und betreibt das GameLab der Fachdidaktik Geschichte.

Mittwochstreffen: Informationsabend zu Gedenkdienst

Mittwoch der 19. Oktober, 18:00 Uhr, dieGretl (Einsiedlerplatz 7, 1050 Wien)

Der Verein GEDENKDIENST bietet Interessierten im Rahmen eines Informationsabends am Mittwoch, den 19. Oktober 2022 um 18:00 Uhr die Möglichkeit, alles rund um den Gedenkdienst im Ausland und den Bewerbungsprozess zu erfahren. Ehemalige Gedenkdienstleistende werden von ihren persönlichen Erfahrungen, dem Arbeitsalltag, und vielen anderen Aspekten ihres Jahres im Ausland berichten. Im Anschluss wird es Gelegenheit für Fragen geben und in einer gemütlichen Atmosphäre mit Snacks und Getränken die Möglichkeit den Verein besser kennenzulernen.

Als staatlich anerkannte Trägerorganisation entsendet der Verein GEDENKDIENST seit 1992 Frauen und Männer in Länder, in denen die NS-Diktatur und kollaborierende Staaten und Personen Verbrechen begangen und ermöglicht haben, in die Verfolgte flüchteten oder in denen heute noch Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik leben. Gedenkdienst ist die Arbeit an Gedenkstätten, an Forschungszentren und pädagogischen Einrichtungen, die sich mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust auseinandersetzen, bzw. an Betreuungseinrichtungen. Seit 2016 steht es im Sinne des Freiwilligengesetzes sowohl Frauen als auch Männern gleichberechtigt offen, Gedenkdienst zu leisten. Männer können sich Gedenkdienst als Zivilersatzdienst anrechnen lassen.

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!

Aus der Reihe Geh Denken!: Holocaust Education - ein Nebenjob?

Dienstag der 22. November 2022, 19:00 Uhr, DEPOT (Breite Gasse 3, 1070 Wien)

 

Die Bedeutung des Lehrens und Lernens über Nationalsozialismus und Shoah wird in der Öffentlichkeit regelmäßig betont. Insbesondere NS-Gedenkstätten sollen Orte der Demokratiebildung und der Prävention von Rechtsextremismus sein. Selten wird jedoch nach den erforderlichen Rahmenbedingungen gefragt. Diese weisen, wie die vorliegende Studie ergab, erhebliche Diskrepanzen zu den ambitionierten pädagogischen Zielsetzungen auf. Während Rassismus und Antisemitismus in den Ausbildungen jener Personen, die die Vermittlungsarbeit durchführen (Guides bzw. Vermittler:innen), weitgehend fehlen, sind die Guides mit prekären Beschäftigungsbedingungen konfrontiert – mit weitreichenden Folgen für die Vermittler:innen selbst, die Gedenkstätten bzw. Bildungsträger sowie die Qualität, mit der die Tätigkeit ausgeübt werden kann. Auf der Grundlage dieser Befunde wurden im Rahmen eines Positionspapiers konkrete Verbesserungsmöglichkeiten für unterschiedliche Akteursebenen präsentiert.


Michael Hollogschwandtner ist Mitarbeiter des europäischen Netzwerks transform! europe.

Aus der Reihe Geh Denken!: Holocaust Education – was können wir aus der Auseinandersetzung mit der Shoah lernen?

Dienstag der 13. Dezember 2022, 19:00 Uhr, Republikanischer Club (Fischerstiege 1-7, R1, 1010 Wien)

Der Begriff ‚Holocaust Education‘ hat sich international als eine Bezeichnung für das Lehren und Lernen über Nationalsozialismus und Holocaust durchgesetzt. Im deutschsprachigen Raum und vor allem im außerschulischen Bildungskontext ist meist von historisch-politischer Bildung die Rede. Unabhängig von der Frage der ‚richtigen‘ Bezeichnung ist den unterschiedlichen Ansätzen gemein, dass ihre Ziele über die reine Wissensvermittlung hinausgehen und eine Gegenwarts-Orientierung beinhalten, die oft Anleihen in der Menschenrechts- oder Demokratie-Erziehung, aber auch der aktuellen Geschichtsdidaktik, nehmen. _erinnern.at_ entwickelt seit über 20 Jahren Konzepte und Unterrichtsmaterialien zur zeitgemäßen Auseinandersetzung mit dem Holocaust und weiteren Verbrechen der Nationalsozialisten. Patrick Siegele stellt die aktuellen Herausforderungen in der Arbeit von _erinnern.at_ vor.

Patrick Siegele ist Geschäftsführer von _erinnern.at_  und Leiter des Fachbereichs Holocaust Education beim OeAD – Österreichs Agentur für Bildung und Internationalisierung.

Aus der Reihe Geh Denken!:Steingeschichten - Holocaust Education im öffentlichen Raum

Dienstag der 17. Jänner 2023, 19:00 Uhr, Republikanischer Club (Fischerstiege 1-7, R1, 1010 Wien)

 

Steingeschichten ist ein digitaler Audiospaziergang, der 2019 von Leo Dressel veröffentlicht wurde und seither über die Website steingeschichten.at digital zu hören ist. Der Spaziergang führt über die Linzer Nibelungenbrücke und kann mit Kopfhörern entweder über das Smartphone oder mit einem MP3-Player beim Gehen vor Ort gehört werden. Inhalt des Audiospaziergangs sind Interviews, die nach Recherchen zu den Linzer NS-Bauten Nibelungenbrücke und Brückenkopfgebäude geführt wurden. Darin wird die Geschichte der Bauten mit dem Heute verknüpft. Die Themen sind Verfolgung und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, Umgang mit der Geschichte der NS-Bauten, Geschichte der Kunstuniversität Linz, Arbeitsbedingungen von Migrant*innen, Ausgrenzung verschiedener sozialer Gruppen. Leo Dressel wird bei der Veranstaltung Ausschnitte und Hintergründe des Projekts präsentieren.

 

Leo Dressel arbeitet als Doktorand*in an der Akademie der Bildenden Künste Wien und Doc-Stipendiat*in bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.