Informationsabend: Freiwilligendienst im Ausland – Gedenkdienst

Mittwoch, 06.11.2019, 19-21 Uhr, im GEDENKDIENST-Büro (1050 WIen, Margaretenstraße 166)

Der Verein GEDENKDIENST bietet Interessierten im Rahmen eines Informationsabends die Möglichkeit, alles rund um den Gedenkdienst im Ausland zu erfahren. Ehemalige Gedenkdienstleistende erzählen von ihren persönlichen Erfahrungen, dem Arbeitsalltag, und vielen anderen Aspekten ihres Jahres im Ausland. Im Anschluss wird es Gelegenheit für Fragen und Diskussion geben.

Als staatlich anerkannte Trägerorganisation entsendet der Verein GEDENKDIENST seit 1992 Frauen und Männer in Länder, in denen das ‚Dritte Reich‘ und kollaborierende Staaten und Personen Verbrechen begangen und ermöglicht haben, in die Verfolgte flüchteten oder in denen heute noch Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik leben. Gedenkdienst ist die Arbeit an Gedenkstätten, an Forschungszentren und pädagogischen Einrichtungen, die sich mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust auseinandersetzen, bzw. an Betreuungseinrichtungen. Seit 2016 steht es im Sinne des Freiwilligengesetzes sowohl Frauen als auch Männern gleichberechtigt offen, Gedenkdienst zu leisten. Männer können sich Gedenkdienst als Zivilersatzdienst anrechnen lassen.

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Aus der Reihe Geh Denken! - Wahrung der Menschenrechte in Europa: Testfall Roma

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Donnerstag, 10. Dezember 2020, 19:00Depot (Breite Gasse 3, 1070 Wien)

Seit einigen Jahren werden verstärkt Stimmen aus der Zivilgesellschaft und von Unterstützer*innen laut, die für die
offizielle Anerkennung von Antiziganismus als spezifische Form des Rassismus und für konkrete Maßnahmen zu dessen
Bekämpfung sowie Überwindung eintreten. Antiziganismus richtet sich gegen Romnja*Roma, Sintize*Sinti, Fahrende,

Jenische und andere Personen, die von der Mehrheitsgesellschaft als ‚Zigeuner‘ stigmatisiert werden. Antiziganismus zeigt
sich in den hartnäckig bestehenden Vorurteilen, oft medial transportiert und von Politiker*innen propagiert, in
gesellschaftlicher Ausgrenzung, die alle Lebensbereiche umfasst, bis hin zur Vertreibung, Internierung oder Völkermord.
2011 haben die EU-Mitgliedstaaten den EU Rahmen für Nationale Strategien für die Integration der Romnja*Roma beschlossen. Etliche EU-Länder habe seither Maßnahmen gesetzt, um die Integration in den Bereichen Bildung, Arbeit,
Wohnen und Gesundheit zu fördern. Für viele Akteurinnen*Akteure aber greifen die Maßnahmen zu kurz, um strukturelle
Diskriminierung und Ausgrenzung abzubauen. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Debatte um eine Fortführung von
Maßnahmen zur sozialen Inklusion von Romnja*Roma post-2020, wird die aktuelle Lage, internationale und nationale

Bemühungen sowie bestehende Herausforderungen und die Erfahrungen und Forderungen der Romnja*Roma Zivilgesellschaft beleuchtet.

Mirjam Karoly ist Politologin, Vorstandsmitglied von Romano Centro und Mitglied des Österreichischen Volkgruppenbeirates
für Roma.

Auf Grund der aktuellen Covid-19 Maßnahmen ist eine Anmeldung unter depot@depot.or.at erforderlich!

Aus der Reihe Geh Denken! - Die Oberwarter Roma und Romnja

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Dienstag, 19. Jänner 2021, 19:00Depot (Breite Gasse 3, 1070 Wien)

Stefan Horvath wurde 1949 in der sogenannten alten Romnja*Roma-Siedlung in Oberwart geboren. Seine Eltern überlebten mehrere NS-Konzentrationslager. Als einer der ersten Oberwarter Romnja*Roma besuchte er die

Hauptschule und arbeitete später für diverse Baufirmen. Ein schwerer Schicksalsschlag machte ihn zum Schriftsteller. In
der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 tötete der Briefbombenattentäter Franz Fuchs mit einer Rohrbombe vier
Roma, darunter Horvaths Sohn. 2003 erschien sein Erzählband Ich war nicht in Auschwitz, 2007 folgte das Buch
Katzenstreu, in dem er dem Terror des 4. Februar 1995 aus verschiedenen Perspektiven begegnet. 2013 erschien sein
bislang letztes Buch Atsinganos – Die Oberwarter Roma und ihre Siedlungen, in dem er das gesellschaftliche Versäumnis, den
Opfern des Nationalsozialismus die nötige Unterstützung zu gewähren, schildert.

Veranstaltung und Reihe in Kooperation mit dem Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ).

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