Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Hauptaufgabe der Institution

Der Lagerbereich des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen wurde nach der Befreiung am 22. April 1945 als Speziallager Nr. 7 (später Nr. 1) vom sowjetischen Geheimdienst Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten (NKWD) genutzt.
1956 begannen die Planungen für die Nationale Mahn- und Gedenkstätte der Deutschen Demokratischen Republik, fünf Jahre später fand die feierliche Eröffnung statt. Neben Buchenwald und Ravensbrück war diese Mahn- und Gedenkstätte die dritte Einrichtung dieser Art in der DDR.
Die Gedenkstätte beschränkte sich auf den Bereich des ehemaligen Häftlingslagers und umfasste damit nur etwa fünf Prozent der Flächen des ehemaligen Konzentrationslagers. Der restliche Bereich wurde bis 1990 hauptsächlich für militärische Zwecke genutzt. Seit Jänner 1993 ist die Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, einer gemeinsam von der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Brandenburg finanzierten Stiftung öffentlichen Rechts. Eine Außenstelle bildet das Museum des Todesmarsches im Belower Wald bei Wittstock. Die Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen versteht sich in seiner heutigen Form als ,offener Lernortʼ und bietet neben Führungen über das Gelände und in den Museen auch Projekttage, Workcamps und Fortbildungsveranstaltungen für PädagogInnen an.

Aufgabenbereiche der Gedenkdienstleistenden
  • Unterstützung der pädagogischen Abteilung bei Führungen, Studientagen, Workshops und Seminaren
  • Betreuung von Jugendgruppen und Schulklassen im Gedenkstättengelände
  • Begleitung der Gruppen durch die Ausstellungen
  • Betreuung von Sommerlagern (Internationale Jugendbegegnungsstätte)
  • Mitarbeit im Büro und Bibliothek (gewöhnliche Bürotätigkeiten)

Die Arbeit der Gedenkdienstleistenden

Die oder  der Gedenkdienstleistende betreut hauptsächlich diverse Gruppen bei ihrem Besuch in der Gedenkstätte. Dies beinhaltet die Begleitung der Gruppen durch die verschiedenen Ausstellungen, welche ein dezentrales Konzept verfolgen. Insgesamt gibt es dreizehn Dauerausstellungen (und in regelmäßigen Abständen Sonderausstellungen), die in verschiedenen Gebäuden untergebracht sind. Ebenso kann der oder die Gedenkdienstleistende an Workshops und pädagogischen Konzepten mitarbeiten sowie bei der Organisation von diversen Workcamps mithelfen. Jugendgruppen und PädagogInnen sollen sich mit der Unterstützung der oder des Gedenkdienstleistenden mit der Geschichte des Konzentrationslagers und dessen Nachnutzung auseinandersetzen. Neben diesen Tätigkeiten hilft der oder die Gedenkdienstleistende im Büro mit und betreut die Bibliothek. Dies bedeutet er oder sie nimmt Neuzugänge in der Bibliothek auf, archiviert Dokumente oder sortiert den Bestand. Ein weiterer zentraler Aufgabenbereich ist die Mitorganisation und Betreuung von Sommerlagern, welche sich mit unterschiedlichen Thematiken und Zugängen befassen und von Gruppen und Besucherinnen und Besuchern aus der ganzen Welt besucht werden.

 

 

Felix Kamolz

Wohn- und Lebensbedingungen, Lebenshaltungskosten, Sicherheit

Die Gedenkstätte Sachsenhausen liegt etwa eine Fahrstunde von Berlin entfernt. Die täglichen Zugfahrten bieten viel Zeit zum Lesen.
Die Wohnung muss sich die oder der Gedenkdienstleiste selbst organisieren. Bestenfalls sollte die Suche bereits vor Dienstantritt beginnen, da die Wohnungssuche in Berlin sehr mühsam sein kann. Die Mieten in Berlin sind relativ günstig aber steigend. Wenn man das Glück hat, eine günstige Wohnung zu finden, sollten die Lebenserhaltungskosten kein Problem bereiten.

Berlin ist eine beeindruckende Großstadt, in der man sich sehr schnell einlebt und zurechtfindet. Im Vergleich zu österreichischen Städten ist das Leben hier ein wenig günstiger. Berlin befriedigt jegliches Bedürfnis, sei es ein politisches, geschichtliches, musikalisches, kulturelles, etc. Essen, Trinken und Freizeitvergnügen sind günstig und vielfältig.

Berlin ist mit einer sehr guten Infrastruktur ausgestatte und so können leicht verschiedene Orte erreicht werden. Deutschland ist als ein sicheres Land anzusehen.

Folgende Anforderungen sollten erfüllt werden

Als Vorbereitung ist Lektüre empfehlenswert, die generelles Wissen über den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust vermittelt. Die oder der Gedenkdienstleistenden sollte kontaktfreudig sein und Interesse an der Vermittlung des Zweiten Weltkriegs und der Geschichte der Gedenkstätte Sachsenhausen haben, da eine der Hauptaufgaben die Betreuung von Gruppen ist. Mitzubringen sind Eigeninitiative, Eigenverantwortung und die Bereitschaft mit Jugendlichen zu arbeiten.

  • Selbstständiges Arbeiten, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Kommunikationsfreudigkeit, Teamfähigkeit
  • Flexibilität: Es liegt im Wesen der Jugendarbeit, dass dabei oft unberechenbare Herausforderungen entstehen, auf die in professioneller und sachlicher Weise eingegangen werden sollte.
  • Jugendarbeit: Der Wille, mit Jugendlichen ab fünfzehn Jahren zu arbeiten, sollte unbedingt vorhanden sein, da die Arbeit mit Jugendlichen durchaus genauso fordernd sein kann, wie der organisatorische Teil.
  • Interesse an der Vermittlung der Themenkomplexe Holocaust und Zweiter Weltkrieg sowie an der Arbeit mit Gruppen, welche die Gedenkstätte besuchen
  • Selbstbewusstes und sicheres Auftreten
  • Motivation, Interesse und Bereitschaft neue Arbeitsbereiche zu erschließen und eigene Projekt zu realisieren
  • Interesse an historischer Arbeit
Kontakt

 

Ausgewählte Literatur
  • Günter Morsch, Die Konzentrationslager-SS 1936-1945. Exzess und Direkttäter im KZ Sachsenhausen eine Ausstellung am historischen Ort, Berlin 2016.
  • Günter Morsch, Von der Erinnerung zum Monument. Die Entstehungsgeschichte der nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen, Berlin 2001.
  • Günter Morsch, Mord und Massenmord im Konzentrationslager Sachsenhausen. 1936–1945, Berlin 2005.
  • Wolfgang Benz, Der Holocaust, München 2014.
  • Wolfgang Benz/Barbara Distel, Hg., Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 3: Sachsenhausen, Buchenwald, München 2006.
  • Peter Longerich, Politik der Vernichtung, München u.a. 1998.